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Caretaker sind keine wirklichen Grufties... in Berlin-Steglitz und Bielefeld betreiben die Herren einen Studioraum, mit Tageslicht, ziemlich bunten Bildern und ein paar Blümchen.
Man trinkt keinen Rotwein aus Kelchen, sondern Ovambo-Tee aus Omas Geschirr. Indisch Blau.

So weit zur Harmonie. Um es nicht zu beschönigen, das Caretaker-Studio ist vollgestopft mit blinkendem Zeug für große Jungs.

Elektrosmog scheint auf Caretaker eine magische Anziehungskraft zu haben. Während mittlerweile Heerscharen von Bands ihre Werke ausschließlich auf einem Notebook ohne große Peripherie erstellen, setzt man hier auf externe Synthesizer, 19"-Racks, ein 60 kg-Mischpult und diverse Eigenkonstruktionen (Sascha & Sebastian können nachweislich mit elektrischem Strom umgehen...).

Der Computer ist hauptsächlich reines Aufnahmemedium. Der Sound quält sich durch zig Meter selbstgelöteten Kabels. Der damit verbundene Arbeitsaufwand und der oft zitierte technische Nachteil wird gern in Kauf genommen.

Sascha: "Bei Elektronik bist du als Band sehr abhängig vom eingesetzten Equipment. Gemessen an aktuellen Produktionsmaßstäben haben wir eine verdammt antike Studioausstattung. Jedes Gerät ist aber mit Bedacht gewählt. Erstaunlicherweise haben wir für die aktuellen Songs vermehrt auf alte Synths zurückgegriffen (wie etwa ein Casio VZ und ein Yamaha SY35), obwohl wir auch über modernere Geräte wie etwa Clavia Nord verfügen."

Nostalgische und außergewöhnliche Klänge, als Gegenpol zum oft klinisch reinen - aber auch uniformierten - Grundcharakter aktueller Geräte, sind elementarer Bestandteil des Caretaker-Sounds.

"Sounds, die wir z.B. per FM-Synthese programmieren (Anm.: klingt verdammt synthetisch...), werden meist durch analoge ergänzt, vor allem bei Bässen. Die Lebendigkeit und auch der Schmutz ist i.d.R. auch 'echt analog'. Wir verwenden hier und da Röhrenequipment. Und unser Mischpult ist ein typischer Vetreter des 'britischen' Sounds. Es braucht ab und an etwas Pflege, belohnt uns aber mit einer Grundwärme und Natürlichkeit, die unseren Songs perfekt entgegenkommt. 
Das meiste hier entspricht bescheidenem Homerecording-Standard, aber wir können einigermaßen gut damit umgehen :)"

Sebastian:"In der Kompositionsphase setzen wir auch schon mal gerne Software-Synths ein. Meistens werden die aber im Mixdown durch 'echte' Klangerzeuger oder sogar Gitarre oder E-Bass ersetzt."

Sascha: "Ungefähr 60-70% der auf 'amorph' zu hörenden Drums stammen aus einem Software-Synth ('Robota'), den ich für meinen Arbeitgeber (Magix) entwickelt habe. Ist so ziemlich das einzig rechnerbasierte Teil, dass wir ausgiebig nutzen. Ansonsten kommen auch schon mal alte Drumspuren aus unserem Fundus zum Einsatz, z.B. Zeug von unserem Drummer Sven... mal rückwärts, mal im halben Tempo, geloopt, gesliced, was auch immer..."
 
 




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Letzte Änderung:
April 26. 2010 19:25

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